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Wo die Erdmänner flüstern

Autor: Testfamilie Stalder
Webcode: EAUAPW

Wo die Erdmänner flüstern

Die Erdmannshöhlen in Hasel bieten einen tiefen Einblick in die fantastische Welt der Tropfsteine!


Nach einer kurzweiligen Fahrt durch die malerische Landschaft Südbadens erreichen wir Hasel am Rande des Naturparks Südschwarzwald. Wir sind gespannt, was uns hier in der Erdmannshöhle erwartet. An der Kasse erfahren wir, dass gerade eine Führung im Gange ist und wir eine Stunde auf die nächste Tour warten müssen. Die Wartezeit vertreiben wir uns im kleinen Souvenirshop und auf dem Spielplatz dahinter. Dort fliesst die Hasel - ein Bach, in dem man super Wasser stauen und über Baumstämme klettern kann. Es hat auch einen Picknickbereich mit Grillplatz, sodass man sich gut selbst verpflegen kann. Mit Spielen, Stauen und Klettern ist die Wartezeit rasch vorbei und wir reihen uns am Höhleneingang in die Gruppe der «Hobby-Höhlenforscher» ein. Aufgeregt steigen wir auf Treppen die Höhle hinab, wo es mit jedem Meter merklich kühler wird. Gut, dass wir unsere Jacken dabei haben ... Am unterirdischen Sammelplatz erklärt uns der Höhlenführer, dass die Menschen hier einst weit hinten in der Höhle ein leises Rauschen hörten und dachten, dass tief unter der Erde die «Erdmänner» flüstern. Wir lauschen in die Höhle hinein, hören das Rauschen und denken, dass die Menschen früher wohl etwas an den Ohren hatten, denn das Rauschen erinnert mehr an schlechten Radioempfang als an das Flüstern von Erdmännern. Aber gut, früher gab es ja auch kein Radio :-) Jetzt wollen wir natürlich erst recht wissen, was die Höhle alles in sich birgt. Wir werden ermahnt, nichts anzufassen, denn das mögen die Erdmänner gar nicht. Nach einem weiteren Abstieg tauchen wir ein in eine Welt mit faszinierenden Tropfsteingebilden ein, deren kuriose Formen teils fast etwas unheimlich anmuten. Vor lauter Staunen bekommen wir gar nicht alle Geschichten mit, die der Höhlenführer zu den Gebilden erzählt. Aber wir wissen jetzt, dass Stalaktiten von der Decke und Stalagmiten vom Boden in die Höhe wachsen, und wenn sie sich treffen, wird daraus ein Stalagnat.

Die Betreiber der Höhle haben sich einen Spass gemacht und den Tropfsteinen lustige Namen gegeben. So begegnen wir den Hochzeitstorten, den Sieben Zwergen und der Krippe zu Bethlehem, aber auch einem Gerippe, einem Hairachen und einem Sarkophag. Geduckt durchqueren wir niedrige Passagen, in denen Kinder noch aufrecht gehen können, aber ich mir mit meiner Länge mehrmals unachtsam den Kopf anstosse. Nach einer ziemlich engen Stelle tut sich vor uns der Rittersaal auf - ein erstaunlich grosser Raum, der der ganzen Gruppe einige «Ah's» und «Oh's» entlockt. Wir sind nun 360 Meter tief in der Höhle und erfahren, dass dies das Ende des Schauteils ist, die Höhle aber noch zwei Kilometer tiefer in die Erde hineingeht. Wir sind verblüfft, dass wir hier eigentlich nur einen kleinen Teil der Höhle gesehen haben. Für die Erkundung des übrigen Höhlensystems muss man eine erfahrene Fachperson sein, weil es tief im Berg noch einige unerforschte Bereiche gibt. Beeindruckt gehen wir den gleichen Weg zurück und bevor wir die Höhle verlassen, füttern wir das rote Sparschweinchen des Höhlenführers mit ein paar Euros. Wieder am Tageslicht begeben wir uns auf eine schöne Rundwanderung, die durch die märchenhaft anmutende Landschaft entlang einer stillgelegten Eisenbahnlinie von Hasel nach Wehr und wieder zurückführt. Wir spazieren gemütlich zwei Stunden auf dem Erdmännchenweg, wo uns Tafeln die Entstehung der Höhlen erklären und man erfährt, dass hier einst das Urmeer war und wir auf dem Meeresboden gehen. Wir konnten sogar von Meerespflanzen versteinerte Überreste entdecken - oder wir meinten dies zumindest.

Der Weg zurück nach Hasel führt durch eine saftig grüne Weidelandschaft, die direkt über der Erdmannshöhle liegt. Es ist ein sonderbares Gefühl zu wissen, dass wir kurz zuvor an dieser Stelle einige Meter tiefer durch die Erde spazierten. Wir sind jedenfalls nachhaltig beeindruckt über dieses Naturwunder und können diese Entdeckungsreise in den Untergrund allen «Hobby-Höhlenforschern» wärmstens empfehlen.
Unser Tipp für diesen Ausflug: Für die Höhlentour ist gutes Schuhwerk und eine Jacke von Vorteil. Kinderwagen oder Buggys können zwar nicht in die Höhle, aber problemlos die Rundwanderung absolvieren. Idealerweise können Kinder für den Besuch der Höhle selbständig gehen. Der kleinste Höhlenbesucher war allerdings ein zwei Monate altes Baby im Tragetuch :-)

Attraktionen / Familienfreundlich weil:

  • Eine Höhlenführung dauert zirka 30 bis 40 Minuten
  • Hübscher Rundwanderweg mit informativen Tafeln, die kurze Variante eignet sich mit zirka zwei Stunden gut für Kinder
  • Picknickmöglichkeit mit Grillplatz bei der Höhle
  • Spielplatz mit Bachlauf und Klettermöglichkeiten
  • Restaurants in Hasel

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Weitere Informationen

Öffnungszeiten


(Öffnungszeiten variieren => siehe Webseite)
März bis 7. April werktags von 10.00 bis 15.00 Uhr / Samstags, Sonntags und Feiertage von 10.00 bis 17.00 Uhr
18. Mai bis 8. September täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr
9. September bis 27. Oktober jeweils Samstags, Sonntags und Feiertage von 10.00 bis 17.00 Uhr
28. Oktober bis 1. November täglich von 10.00 bis 15.00 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene: 4.50 EUR
Kinder (4-18 Jahre): 3.- EUR
Einwenig Trinkgeld sollte man am Ende der Tour für das Sparschweinchen des Höhlenführers bereithalten.

Adresse

Erdmannshöhle Hasel
79686 Hasel
Baden Württemberg / Deutschland


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